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Donnerstag, 6. August 2026

Festspiele Reichenau 2026

Auch heuer waren wir wieder in Reichenau und besuchten die Festspiele.

Diesmal sahen wir zwei Dramatisierungen von Prosastücken, nämlich

  • Die Legende vom Heiligen Trinker, nach Joseph Roth
  • 24 Stunden aus dem Leben einer Frau, nach Stefan Zweig

Eine dritte Vorstellung (Reigen) mussten wir ausfallen lassen – die Verabschiedung eines lieben Freundes war einfach wichtiger.



Samstag, 28. März 2026

"Am Ziel" im Akademietheater

Gestern Abend besuchte ich die Vorstellung "Am Ziel" im Akademietheater.

Ich mache es kurz: Es war eine der besten Inszenierungen eines Thomas Bernhard-Stückes, die mir bis jetzt untergekommen ist. Ein toller Theaterabend!

 

Tochter und Mutter 

Foto: Susanne Hassler-Smith


Donnerstag, 31. Juli 2025

Festspiele Reichenau 2025

Das Programm der Festspiele Reichenau sprach uns 2025 nicht so großartig an wie in den letzten Jahren. Ausnahme war nur Yasmina Rezas "Der Gott des Gemetzels".

Wir blieben deshalb auch nicht über Nacht in Reichenau, sondern besuchten lediglich die Nachmittagsvorstellung und fuhren am Abend gleich wieder zurück.

Die Fahrt hat sich gelohnt, wir wurden mit einem sehr unterhaltsamen Stück belohnt!



Freitag, 11. April 2025

Antiken-Marathon "Anthropolis" am Deutschen Schauspielhaus Hamburg

Letztes Wochenende verbrachten Jutta und ich in Hamburg. Mein letzter Aufenthalt in der Hansestadt ist schon 17 (!) Jahre her, eine Dauer, die einen weiteren Besuch schon allein dadurch rechtfertigen würde.

Aber Anlass für diese Reise war etwas ganz anderes.

Anfang des Jahres kamen mir mehrere Berichte über ein Theaterereignis am Deutschen Schauspielhaus unter, nämlich ein "Antikenmarathon" namens "Anthropolis": Fünf Theaterstücke an drei Abenden!

Am euphorischsten war der Bericht in der Frankfurter Allgemeinen. Hier ein kleiner Auszug:

„Es ist das bedeutendste Theaterereignis der Saison. Wer sehen will, was das deutsche Theater noch kann, was es zu bieten und zu beweisen hat, der kann das hier tun. An drei aufeinanderfolgenden Tagen zeigt das Hamburger Schauspielhaus seine Antiken-Pentalogie, fünfmal hebt es an, um die Geschichte der Stadt Theben und ihrer schicksalhaften Bewohner zu erzählen. Es ist, in so dichter Folge betrachtet, ein euphorisierendes Erlebnis. […] Hier in Hamburg feiert das erzählerische Theater einen Triumph, hier bringen herausragende Schauspielerinnen und Schauspieler Stimmen und Stimmungen zu Gehör, die einem durch Mark und Bein fahren, aber immer wieder auch ausgelassenes Gelächter erlauben – […] Das ist das, was wir sehen wollen.“

So euphorisch, dass ich spontan beschloss: Das muss ich sehen!

Der Entschluss war eben spontan und schnell gefasst, rasch noch Ticket für das Schauspielhaus kaufen sowie Hotel und Flug buchen – Hamburg, wir kommen!

Was soll ich sagen: Am Sonntag war die letzte Vorstellung und ich bin immer noch tief beeindruckt von dem, was ich da erleben durfte. Fünf Stücke, dargestellt auf höchstem Niveau, mit Themen, die schon die alten Griechen beschäftigten, die aber heute so aktuell sind wie eh und je.

Von diesem Wochenende werde ich noch lange zehren!

Vor Beginn von "Laios".
Links im Hintergrund ist schon Lina Beckmann zu sehen, die in den nächsten eineinhalb Stunden ein phänomenales Solo bieten wird.

Montag, 12. August 2024

Festspiele Reichenau 2024

Juli ist Reichenau-Zeit! Auch dieses Jahr wieder.

Heuer waren es gleich vier Veranstaltungen, die wir besuchten; wobei eine davon kein klassisches Theaterstück war, sondern ein "Interview" oder "Doppelconferance" oder ... von und mit Maria Happel und Michael Niavarani.

Im Vorjahr gab es mit Werner Schwabs "Die Präsidentinnen" einen klaren Sieger. Ein derart überragendes Ereignis hatten wir diesmal nicht, die drei Theater-Nachmittage waren einfach guter, gehobener Durchschnitt:

  • Tag eins hatten wir am Nachmittag Ödön von Horvaths Stück "Der jüngste Tag" auf dem Programm
    Und am Abend das schon angesprochene Interview
  • Tag zwei waren wir aufgeteilt: Gundi und Fritz sahen vier Einakter aus Arthur Schnitzlers "Anatol". Ihre Begeisterung nach der Vorstellung hielt sich aber in Grenzen.
    Jutta und ich hatten den schon beinahe obligaten Nestroy, diesmal mit dem "Lumpazivagabundus".
  • Tag drei war dann dem frühen Stück "Der Ignorant und der Wahnsinnige" von Thomas Bernhard gewidmet.

Besonders erwähnen möchte ich noch die Werkseinführungen, die wir bekommen haben. Angelika Messner, die Dramaturgin Reichenaus, hat uns in etwa 15-20 Minuten die Stücke näher gebracht und sie in den historischen Rahmen gesetzt. Diese Vorträge hielten wir für besonders gelungen! Hoffen wir, dass das für die Zukunft beibehalten wird!




Sonntag, 31. Dezember 2023

"Hildensaga" im Akademietheater

Der Stoff der Nibelungen wurde schon oft erzählt. Drei dieser Geschichten hat der Autor Ferdinand Schmalz für seine Version herangezogen und daraus eine vierte, weitere Geschichte gemacht. 

Und zwar durchaus originell. Bei ihm stehen die beiden wichtigen, zentralen Frauen Brünhild und Kriemhild mehr im Vordergrund als bei den anderen. Von ihnen leitet sich auch der Titel für sein Stück ab: Die beiden Hilden geben ihm den Namen. Aus der Heldensaga wurde also eine Hildensaga.

Gestern hab ich mir das angesehen. Ich war dazu aber nicht in Worms – denn für die dortigen Nibelungenspiele hat er das Stück geschrieben – sondern "bloß" im Akademietheater Wien.

Kriemhild und Brünhild
Foto: Akademietheater / Marcella Ruiz Cruz

Dienstag, 26. Dezember 2023

"Dantons Tod" im Burgtheater

Vor neun Jahren waren wir bereits einmal in "Dantons Tod". Das war damals eine der besten Aufführungen in der Zeit, als wir noch das Abo hatten.

Derzeit läuft eine neue Inszenierung, wieder im Burgtheater. 

Es gab durchaus Warnhinweise: Die Szenenfotos auf der Burgtheater-Website oder die Dauer von zwei Stunden ohne Pause (was immer extrem gefährlich klingt, denn das heißt: Keine Fluchtmöglichkeit).

Aber ich wollte unbedingt den Vergleich mit 2014 haben, und so waren wir gestern also doch dort.

Jetzt haben wir den Vergleich. Leider.

Foto: Burgtheater / Matthias Horn


Sonntag, 26. November 2023

"Die Dämonen" im Burgtheater

Ich hab von Dostojewski schon ein bisschen was gelesen, "Die Dämonen" kannte ich aber noch nicht. Sehr erfreulich daher, dass das Burgtheater die dramatisierte Form dieses Romans im Spielplan behält, obwohl der Autor derzeit ziemlich verschrien ist – Stichworte "religiöser Nationalist", "Ukraine".

Die Vorfreude wurde dann aber durch die Umsetzung leider ziemlich getrübt. Der Abend war etwas durchwachsen.


Alte Liebe rostet nicht. Stepan und Warwara.
Quelle: Burgtheater / Mathias Horn

Dienstag, 25. Juli 2023

Festspiele Reichenau 2023

Für uns war es unsere zweite Saison in Reichenau, Gundi und Fritz waren schon in früheren Jahren dabei.

In einem Block von drei Tagen gaben wir vier uns also drei Theatervorstellungen; nämlich:

Wobei die Theatererlebnisse durchaus unterschiedlich waren. Aber alles der Reihe nach.





Montag, 24. Juli 2023

"Götterdämmerung" in der Wiener Staatsoper

Die Aufführung liegt zwar schon mehr als einen Monat zurück, aber früher bin ich einfach nicht dazu gekommen, darüber zu berichten.

Am 18. Juni also war ich wieder in der Wiener Staatsoper. 

Rheingold, wenige Tage zuvor, war ja wirklich fantastisch. Da das mit dem Kartenkauf für die Walküre leider nicht klappte, freute ich mich um so mehr, wenigstens eine für die "Götterdämmerung" zu bekommen.

Ich wurde nicht enttäuscht. Nicht nur ich, das gesamte Publikum war begeistert!


Noch ist es ruhig.
Die wortwörtliche Ruhe vor dem Sturm, der Wotan und die Seinen hinwegraffen wird.


Sonntag, 4. Juni 2023

"Ritter, Dene, Voss" im Theater in der Josefstadt

Ich muss zugeben, ich war etwas skeptisch. Ich hab ja noch die Originalbesetzung in Erinnerung, als damals wirklich Ilse Ritter, Kirsten Dene und Gert Voss in diesem Kammerspiel triumphierten.

Für mich war dieses Stück daher irgendwie auf diese drei realen Personen fixiert. Ich konnte mir nicht so recht vorstellen, dass so ein Remake von "Ritter, Dene, Voss" funktionieren könnte.

Aber sehen wollte ich es dann doch. Das Original liegt ja doch schon Jahrzehnte zurück.

Und siehe da: Und wie das funktioniert hat!

Noch ist die Bühne leer.
Bis auf das zerbrochene Porzellan.
Die Porträts im Hintergrund zeigen Kirsten Dene, Ilse Ritter und Gert Voss (v.l.) 

Samstag, 3. Juni 2023

"Das Rheingold" in der Staatsoper Wien

2023 bringt die Staatsoper Wien den kompletten "Ring des Nibelungen" zwei Mal auf die Bühne. Für das "Rheingold" letzten Donnerstag konnte ich noch eine Karte ergattern.

Ich war vorsichtig und zurückhaltend und wollte mir eine Karte für die "Walküre" erst besorgen, wenn ich das Rheingold für gut befunden hätte.

Diese Vorsicht – man könnte rückwirkend auch "Feigheit" sagen – hat sich leider bitter gerächt. Denn am Abend nach dem Rheingold waren auch die allerletzten Karten für die Walküre verkauft – und zwar für beide Termine!

Schade, schade. Denn das Rheingold war wirklich gelungen!



Donnerstag, 20. April 2023

"Ein Volksfeind" im Stadttheater Baden

Am Mittwoch gastierte das Landestheater Niederösterreich mit seiner Inszenierung von Henrik Ibsens Stück "Ein Volksfeind" im Stadttheater Baden.

Unglaublich. Wie brandaktuell dieses Stück ist! Man muss nur ein paar Begriffe, die im Stück vorkommen, durch andere ersetzen, schon findet man sich in Situationen, die wir gerade erst erlebt haben!

Das Ganze verpackt in einer stark gekürzten, den Personenkreis stark reduzierenden, modernen Inszenierung, die sich auf das Wesentliche beschränkte.

Ein mitreißender Abend, der das gesamte Publikum mitnahm!

Der Arzt und die Bürgermeisterin
Landestheater St. Pölten / Franzi Kreis


Sonntag, 4. Dezember 2022

"Das weite Land" im Akademietheater

Ende November besuchten wir das Akademietheater, gegeben wurde "Das weite Land" von Arthur Schnitzler. Wir hatten das Stück vor Jahren schon einmal in einer anderen Inszenierung gesehen. Ich halte es für sein gelungenstes, daher kann man es sich im Abstand von ein paar Jahren schon wieder einmal anschauen.

Es war gar nicht einfach, Karten für diese Vorstellung zu bekommen, weil der Spielplan immer nur zwei Monate im Voraus veröffentlich wird; und die wenigen Vorstellungen, die es davon gibt, immer recht gut gebucht waren.

Aber letztlich haben wir es ja doch geschafft – und das Warten wurde belohnt! Wir hatten einen sehr interessanten, dichten, intensiven Theaterabend!


Das Ehepaar Hofreiter hat sich auseinander gelebt
Foto: Burgtheater / Andreas Pohlmann

Donnerstag, 1. Dezember 2022

"Die Blendung" im Stadttheater Baden

Für den Roman "Die Blendung" bekam Autor Elias Canetti 1981 den Nobelpreis.

Paulus Hochgatterer ist im Hauptberuf Kinder- und Jugendpsychiater, im Nebenberuf aber auch Autor und hat als solcher schon etliche Romane veröffentlicht; einige davon hab ich auch gelesen. Er ist derjenige, der aus Canettis Roman ein Theaterstück formte.

Und Nikolaus Habjan ist ein toller Regisseur und Puppenspieler. Seine Inszenierung des "Don Quijote", bei der sämtliche Figuren lebensgroße Puppen waren, bleibt uns sicher noch lange in guter Erinnerung.

Beste Voraussetzungen also für einen gelungenen und aufregenden Theaterabend. Wir sahen das Stück im Stadttheater Baden als Gastspiel des Landestheaters St. Pölten.


Landestheater Niederösterreich / Luiza Pulu

Mittwoch, 29. Dezember 2021

Stadttheater Baden: Othello

Am 21. Dezember besuchten Jutta und ich eine Aufführung von Othello. Das war ein Gastspiel des Landestheaters St. Pölten im Stadttheater Baden.

Aufmerksam wurde ich auf diese Inszenierung durch eine sehr wohlwollende Rezension in der Presse (Artikel leider hinter Bezahlschranke, der freie Teil ist aber trotzdem lesenswert). Die machte mich so neugierig, dass ich dieses Stück unbedingt sehen wollte.

Die wohlwollenden Rezensionen zogen weitere Kreise. Wie der ORF berichtete, lockte die Neueinstudierung sogar den Korrespondenten der New York Times nach St. Pölten. Das schaffen nur wenige österreichische Inszenierungen abseits der absoluten Hochburgen Wien, Salzburg und Bregenz. Ich bin sicher, der Artikel der NYT hängt eingerahmt irgendwo in den Büros des Landestheaters!

Was macht diesen Othello also so speziell? Es ist die originelle Grundidee, das Stück in einen Boxclub der heutigen Zeit zu versetzen! Othello ist ein erfolgreicher und gefeierter Boxer dieses Clubs, Iago ist sowohl sein Trainer als auch der von Desdemona und Cassio.

Vor Beginn der Vorstellung: Desdemona beim Aufwärmen

Freitag, 22. Oktober 2021

Theater in der Josefstadt: Die Stadt der Blinden

Der Roman "Die Stadt der Blinden" ist wahrscheinlich einer der bekanntesten des portugiesischen Nobelpreisträgers José Saramago. Ich hab das Buch vor etlichen Jahren gelesen und war davon so angetan, dass ich in weiterer Folge noch zahlreiche andere seiner Bücher las.

Als ich davon hörte, dass die Josefstadt eine dramatisierte Version dieses Werkes auf die Bühne bringen würde, war sofort klar, dass ich das sehen musste. Umso mehr, als es in der Presse eine sehr zustimmende Besprechung gab.

Am 2. Oktober waren wir also in der Josefstadt.

Die Ampel blinkt bereits lange vor der Vorstellung


Dienstag, 29. Oktober 2019

"Die Bakchen" im Burgtheater

Die "Preußische Nacht" ist schon eine echt gute Erfindung! Gemäß dieser Regelung des Preußischen Militärs durfte man sich erst über etwas oder jemanden beschweren, wenn eine Nacht vergangen war, wenn man also noch einmal "darüber geschlafen" hatte.

Nach dieser Aufführung der "Bakchen" von Euripides im Burgtheater ließ ich sicherheitshalber gleich drei Nächte vergehen...


Sechs große Laufbänder waren das Bühnenbild
Foto: Burgtheater / Andreas Pohlmann


Mittwoch, 23. Oktober 2019

"Die Edda" im Burgtheater

Gestern Abend war ich im Burgtheater bei der "Edda". Thorleifur Örn Arnarsson hat den alten Sagenstoff aus Island dramatisiert und auf die Bühne gebracht. Das Burgtheater hat diese Inszenierung aus Hannover übernommen. Außerdem wurde vor der Vorstellung eine kurze Einführung in das Werk und in das nun kommende Stück geboten. 

Ich muss zugeben, dass ich mit etwas gemischten Gefühlen dorthin gegangen bin, denn ich kenne den Stoff und hielt ihn eigentlich nicht für die Bühne geeignet. Aber so, wie es umgesetzt wurde, ergab es einen einen wirklich gelungenen Theaterabend!


Die Kinder Lokis und der Riesin Angrboda. Von links: Die Midgardschlange, der Fenriswolf und Hel - eine feine Familie, die da zusammen gekommen ist!
Foto: Burgtheater / Matthias Horn

Freitag, 19. April 2019

"Diese Geschichte von Ihnen" im Akademietheater

Christian Köllerer führt einen Blog, den ich seit einigen Jahren verfolge. Seine Einstellung zum Theater ist ganz ähnlich zu meiner, sodass seine und meine Kritiken oft sehr ähnlich ausfielen. Wenn ihm also ein Stück derart gut gefällt wie dieses, ist das schon ein sehr gutes Argument, ebenfalls dorthin zu gehen.

Das Stück von John Hopkins aus dem Jahr 1968 ist auch schon einmal verfilmt worden, der deutsche Titel lautet "Sein Leben in meiner Gewalt"; passt schon einmal ganz gut als Inhaltsangabe.

Im Akademietheater ist es wirklich top-besetzt. So wurden - abgesehen von der Geschichte selbst - die mehr als zweieinhalb Stunden nie langweilig.

Gestern Abend war es dann endlich soweit; es war nämlich gar nicht so leicht, Karten zu bekommen. Erstens steht es nicht sehr oft auf dem Spielplan, und wenn, dann ist es rasch wieder ausverkauft.

Sergeant Johnson bearbeitet den verdächtigten Baxter
Foto: Bernd Uhlig