Sonntag, 6. Juni 2021

Andreas Maier: Der Ort ★★★☆☆

Andreas Maier: Der Ort ★★★☆☆

(Band 4 der Autobiografie)

Cover: Suhrkamp


Zum Schluss von Band 3 (Die Straße) schrieb ich noch, dass ich mich auf Band 4 (diesen hier) der Autobiografie von Andreas Maier freuen würde. Die Freude war leider etwas verfrüht: Irgendwie hat "Der Ort" keine spezielle Erinnerung bei mir hinterlassen. Denn irgendwie scheint den Autor der Witz der früheren Bände verlassen zu haben.

Dienstag, 25. Mai 2021

Der Grüne Pass: Israelische Lösung (wahrscheinlich)

Kathi lebt ja seit einiger Zeit in Israel, und vor ziemlich genau zwei Jahren hatten wir sie dort besucht – ich hab damals ausführlich davon berichtet. Ich weiß nicht, ob sich noch alle daran erinnern können: 2019, das war noch vor Corona!

Israel und Corona, das ist ein Wortpaar, das derzeit sehr oft zitiert wird. Denn durch die sehr frühe und sehr rasch durchgezogene Impfkampagne wurde es dort auch sehr früh möglich, wieder in ein halbwegs normales ziviles Leben zurückzukehren. Theater, Kino, Restaurants etc. sind wieder geöffnet, sogar große Hochzeiten sind wieder möglich. Allerdings muss jeder nachweisen können, dass er oder sie tatsächlich geimpft ist. 

Realisiert wurde dieser Nachweis durch einen ebenfalls oft zitierten "Grünen Pass". Eine zentrale Impfstelle verschickt an die Geimpften einen QR-Code, der auf Papier oder Handy hergezeigt wird. Wenn mit diesem Code alles in Ordnung ist, bekommt man sozusagen grünes Licht zur Teilnahme.

Wie allerdings dieser israelische Grüne Pass funktioniert, war bis jetzt – zumindest für mich – einigermaßen unklar. Ebenso unklar wie die Lösung für den Grünen Pass, wie sie bei uns im Gespräch ist. Vor kurzem hat mir Kathi ihren persönlichen QR-Code geschickt, und seitdem beginnen sich die Nebel für mich etwas zu lichten.

Ich beschreibe also im Folgenden, wie die Lösung wahrscheinlich in Israel funktioniert. Natürlich nicht zu 100% sicher, aber sehr, sehr wahrscheinlich.

Quelle: pixabay

[Update 2021-05-28: In der aktuellen Ausgabe der c't lese ich gerade, dass die Stadt Berlin mit ihrem BärCODE genau diesen hier beschriebenen Lösungsweg geht! Und:
Die parallelen Bestrebungen des Bundesministeriums für Gesundheit für einen bundesweiten elektronischen Impfausweis stehen ebenfalls technisch und organisatorisch im Einklang mit der Infrastruktur und den Abläufen beim BärCODE und können für dessen spätere Einführung weitergenutzt werden.
Also auch bundesweit geht es in diese Richtung! ]

Samstag, 22. Mai 2021

Der QR-Code, das unbekannte Wesen

Die Corona-Pandemie ist zwar noch nicht zu Ende. Aber die Impfungen schreiten voran, viele Infizierte sind wieder genesen; und daher ist in letzter Zeit sehr viel von Lockerungen die Rede. Allerdings auch von Zugangsbeschränkungen; in vielen Ländern gilt die 3G-Regel: Nur wer geimpft, genesen oder getestet ist, darf Restaurants, Hotels, Thermen, Museen etc. betreten. Als Nachweis, dass man mindestens eines dieser drei G erfüllt, ist der Grüne Pass gedacht.

Und damit kommt der QR-Code ins Spiel. Den gibt es dann entweder auf dem Smartphone, auf dem man ihn darstellen kann, oder auf einem gedruckten Dokument. Die Institution, die man damit betreten will, scannt diesen QR-Code mit einem Handy ab und kann dann auf Grund dessen entscheiden, ob man zutrittsberechtigt ist oder nicht.

Wenn die Moderatorenschaft in Radio und TV auf diesen Code zu sprechen kommt, hört man direkt die Ehrfurcht vor ihm durch. Man meint zu spüren, wie sie Haltung annehmen und sich verneigen, wenn sie das Wort "QR-Code" aussprechen dürfen. Ein Ehrfurcht einflößendes Wunder der Technik, verbunden mit einer gehörigen Portion Vodoo.

Was es mit diesem Wunderding tatsächlich auf sich hat, möchte ich im Folgenden erklären. Zückt also eure Handys, denn es wird in diesem Beitrag jede Menge von diesen Codes geben!


[Update 2021-05-26:
Betrifft ganz unten den Abschnitt über den Grünen Pass]

Sonntag, 25. April 2021

Robert Seethaler: Der letzte Satz ★★★★☆

Robert Seethaler: Der letzte Satz  ★★★★☆


Cover: Hanser

Eine Biografie über Gustav Mahler – wieder einmal, könnte man sagen. Dass es in der Version von Robert Seethaler nicht sehr tiefschürfend würde, ist allein schon vom Umfang des Buches erwartbar; auf knapp über 100 Seiten kann es nicht mehr werden.

Dennoch hab ich hier vier Sterne vergeben. Wie das?

Freitag, 2. April 2021

Olga Tokarczuk: Ur und andere Zeiten ★★★☆☆

 Olga Tokarczuk: Ur und andere Zeiten  ★★★☆☆


kein Cover verfügbar


Olga Tokarczuk wurde 2019 (für 2018, dem Jahr, in dem der Preis nicht vergeben wurde) mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Mir war diese Autorin bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt. Aber so eine Preisverleihung ist immer ein guter Anlass, mal jemand Neuen kennenzulernen.

Doch das Kennenlernen war schwieriger als gedacht.

Samstag, 13. März 2021

WhatsApp oder ...? WhatsApp!

Vor zwei Monaten kündigte WhatsApp (WA) an, seine Datenschutzbestimmungen dahingehend zu ändern, dass in Zukunft nicht nur die Kontakte eines Anwenders, sondern auch die Metadaten jeder einzelnen Nachricht an Facebook (FB) übermittelt werden.

In Relation zur Zahl der Anwender von WA setzte eine vergleichsweise winzige Absetzbewegung ein: Weg von WA hin zu Signal. Auch bei mir trudelten zahlreiche Einladungen ein, doch bitte zu Signal zu wechseln.

Ich war dem nicht abgeneigt und hab mich eingehender mit Signal bzw. dem Vergleich von WA und Signal gewidmet – ich hab damals ausführlich darüber berichtet.

Jetzt, zwei Monate später, macht sich allerdings Ernüchterung breit, und der Schwung zu wechseln, ist verpufft. Von den vielen, die damals wechseln wollten, ist kaum jemand bei Signal geblieben. Dafür gibt es mehrere Gründe.




Dienstag, 2. März 2021

Jaroslav Rudiš: Winterbergs letzte Reise ★★★★☆

 Jaroslav Rudiš: Winterbergs letzte Reise  ★★★★☆


Cover: Luchterhand


Jan Kraus lebt in Berlin und ist Altenpfleger. Seine Schützlinge betrachtet er als "Matrosen, die von ihrer letzten Überfahrt nicht mehr zurückkehren".

Sein nächster Matrose ist Welzel Winterberg, und dem geht es wirklich nicht gut. Er ist 99 Jahre alt und döst nach mehreren schweren Schlaganfällen in seinem Bett vor sich hin. Jan Kraus macht das, was er in solchen Fällen immer macht: Er liest seinem Matrosen aus seinem uralten Duden vor und wartet auf Reaktionen. Im Fall von Winterberg äußerst erfolgreich! So erfolgreich, dass der alte Herr komplett wiederhergestellt und voller Tatendrang ist!

Er hat noch eine wichtige Aufgabe zu erledigen. 1938 musste er sich zwangsweise von seiner großen Liebe Lenka Morgenstern trennen. Auf dem Bahnhof der tschechischen Stadt Reichenberg (Liberec) sah er sie zum letzten Mal. Sie machte sich auf die Reise nach Palästina, er wurde kurz darauf in die Wehrmacht eingezogen.

Lenka schickte von jeder größeren Station eine Ansichtskarte an ihren Wenzel in Reichenberg; aus Sarajewo kam die letzte, danach folgte keine mehr. Winterberg ist überzeugt davon, dass Lenka in Sarajewo ermordert wurde. Und er muss den Mörder finden, fast 80 Jahre danach.

Und so machen sich der alte Mann und sein Pfleger auf die Reise quer durch Mittel- und Südeuropa. Per Bahn, wohlgemerkt, denn erstens fährt Herr Winterberg nur sehr ungern mit dem Auto und außerdem ist er in Sachen Eisenbahn ein absoluter Experte!

Begleiten wir also die beiden auf einer irren, melancholischen, witzigen, detailreichen, historiengetränkten, nervenaufreibenden, architekturreichen, politischen Fahrt mit der Bahn!