Montag, 18. Januar 2021

WhatsApp oder was?

WhatsApp hat angekündigt, seine Datenschutzbestimmungen ändern zu wollen. Man musste als Anwender diese Änderung abnicken, oder man war raus aus WhatsApp. Wirksam sollten diese Änderungen per 8.2.2021 werden; inzwischen hat das Unternehmen den Termin aber um drei Monate nach hinten verschoben.

WhatsApp (WA) ist ein Unternehmen der Facebook-Gruppe (FB); und wenn in dieser Ecke irgendwelche Änderungen am Datenschutz anstehen, schrillen bei datenbewussten Leuten sämtliche Alarmglocken – zu schlecht sind da die Erfahrungen aus den letzten Jahren.

So auch diesmal. Aber diesmal schrillen die Glocken so laut, dass viele – wirklich viele – Anwender ernsthaft überlegen, WA zu verlassen und einen anderen Messenger zu verwenden.

Aber welchen? Im Wesentlichen sind diese drei Anwendungen Kandidaten dafür: Threema, Telegram und  Signal.

Wobei vor allem Signal durch zwei Tatsachen einen ungeheuren Schub bekommen hat. Erstens ist er der erklärte Favorit von Edward Snowden; sicherlich jemand, dem Datenschutz und Verschlüsselung äußerst wichtig sind. Und vor ein paar Tagen hat Elon Musk auf Twitter schlicht dazu aufgerufen, Signal zu verwenden. Viele weitere Experten raten zu einem Umzug.

Also Signal. Ich hab selbst natürlich auch mit dem Gedanken gespielt, zu Signal zu wechseln. Ich hab ihn seit etlichen Jahren installiert, aber praktisch nicht verwendet; es war dort einfach zu einsam, das wirkliche Leben spielte sich in WA ab. Aber was mich besonders überrascht (und gefreut) hat: Viele Anwender in meinem Umkreis haben ebenfalls vor, zu Signal zu wechseln – und zwar wesentlich mehr, als ich mir das hätte träumen lassen!

Aber worauf lassen wir uns da ein, falls wir uns darauf einlassen? Welche Vor- und Nachteile gibt es im Vergleich von WA und Signal? Und wie schaffen wir es, unser gesamtes Sozio-Umfeld in Richtung Signal zu bewegen?

Diesen Fragen möchte ich in diesem Post nachgehen. Keine Sorge, es wird nicht technisch, zumindest nicht sehr!




[2021-03-13 Update: Das Experiment "Übersiedlung zu Signal" ist gescheitert. Details siehe hier]

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Jón Kalman Stefánsson: Das Knistern in den Sternen ★★★★☆

 Jón Kalman Stefánsson: Das Knistern in den Sternen  ★★★★☆

 

Cover: piper

Die Familiengeschichte, die sich von den Urgroßeltern bis zum Ich-Erzähler erstreckt, wird großteils aus den Augen des 7-Jährigen erzählt. Auf einer weiteren Ebene ist es der nun 40-jährige Erwachsene, der all diese Erlebnisse niederschreibt. Anlass dafür ist, dass er nach einigen Jahrzehnten wieder in das Viertel von Reykjavik zurückkommt, in dem er aufgewachsen ist.

In einfachen Sätzen, in denen aber jedes Wort passt und sitzt, beschreibt er dessen Erlebnisse und was er so über seine Vorfahren erzählt bekommen hat. Die Formulierungen sind aus kindlicher Sicht wirklich treffend witzig, vor allem im ersten Teil. Allein schon deshalb lohnt es sich, dieses Buch zu lesen!

Sonntag, 15. November 2020

Andreas Maier: Die Straße ★★★★★

 Andreas Maier: Die Straße ★★★★★

(Band 3 der Autobiografie)
 
 
Cover: Suhrkamp

 
Das Buch ist im Zeitraum der ersten Hälfte der 1970er-Jahre angesiedelt. Für den "Problem-Andreas" des vorigen Buches ist das die Zeit des Erwachens, speziell des sexuellen. Sein eigenes und vor allem das seiner um drei Jahre älteren Schwester.

In diesem Buch gibt es einerseits urkomische Situationen, die Andreas Maier sehr genau beobachtet hat und die er auch ebenso genau auf den Punkt bringt. Andererseits gibt es auch sehr dunkle Abschnitte, in denen er von der alltäglichen Pädophilie der Väter und Mütter der Barbara-Siedlung in Friedberg berichtet. Genauso wie von klarem Kindesmissbrauch, der vor allem in den "Hexenhäusern" der Altstadt stattfindet.

Dienstag, 3. November 2020

Terrasse neu

 Die Terrasse war schon wirklich in die Jahre gekommen.

Die Säule, die einen Teil des Daches trägt, stand über Jahre und Jahrzehnte im Wasser und morschte vor sich hin. Die Terrassenplatten waren vom Frost schon ziemlich angegriffen und unansehnlich. Hier war also nicht nur aus optischen Gründen Handlungsbedarf angesagt, sondern auch schlicht aus statischen.

Uns war aber von vornherein klar, dass wir da nicht selber tätig werden würden. Erstens muss das Dach ordentlich abgestützt werden, während die Säule getauscht wird. Und außerdem ist das mit dem Gefälle und Abfließen des Wassers in der gegebenen Situation nicht ganz einfach.

Roman Bau, ein örtlich ansässiger Baumeisterbetrieb, übernahm daher sämtliche Arbeiten. Im Oktober wurden sie – sehr zu unserer Zufriedenheit – abgeschlossen.

 

Säule morsch, Platten vom Frost abgesplittert, in den Fugen wächst das Moos

 

Montag, 19. Oktober 2020

Wochenende in Kärnten

 Corona hat leider wieder einmal alles durcheinander gewirbelt.

Eigentlich hatten wir unser Quartier in Kärnten gebucht, weil wir dort zu einer Hochzeit eingeladen waren. Aber leider musste die bereits zum zweiten Mal verschoben werden. Wir haben unser Zimmer aber nicht abbestellt, sondern sind trotzdem gefahren.

Hochzeit gab's also keine, dafür haben wir das schöne Wetter genutzt und haben ein paar Ausflugsziele angesteuert:

  • Auf der Fahrt zu unserem Hotel besuchten wir die Burgbaustelle Friesach. Dort waren wir vor acht Jahren bereits einmal; wir wollten sehen, wie weit die Baustelle inzwischen fortgeschritten ist.
  • Nachdem die Gondelbahn auf das Goldeck bereits in den Herbstferien war, suchten wir eine Alternative. Nach kurzer Suche entschieden wir uns für einen Besuch des Speicherkraftwerkes im Maltatal.
  • Am späten Nachmittag blieb noch Zeit für einen wirklich kurzen Rundgang durch Spittal an der Drau.
  • Und auf der Fahrt nach Hause schauten wir in Bleiburg (Pliberk) vorbei. Dort läuft derzeit noch eine Ausstellung "Deix trifft Berg" im dortigen Werner Berg-Museum. 

Und zum Schluss sind wir noch ein Reiseziel in der Nähe angefahren, das wir aber erst beim nächsten Mal wirklich besuchen werden – wenn dann die Hochzeit wirklich stattfindet!

 


 


Mittwoch, 30. September 2020

Andreas Maier: Das Haus ★★★★☆

Andreas Maier: Das Haus ★★★★☆

(Band 2 der Autobiografie)


Cover: Suhrkamp



Zeiten des Umbruchs. Kurz vor der Geburt des Autors sterben dessen Urgroßvater und Großvater, sodass plötzlich seine Mutter den Steinmetzbetrieb der Familie übernehmen muss. Nach der leichten und einfachen Geburt von Andreas wird aber das alte Haus in der Uhlandstraße in Bad Nauheim doch zu klein. Außerdem möchte die neue Firmenchefin näher an ihrem Betrieb sein.

Also wird direkt neben dem Firmengelände in Friedberg ein neues Familienhaus gebaut. Der Umzug (1970) in dieses neue Haus ist eine Umstellung für alle, aber für den kleinen Andreas ganz besonders.

Samstag, 26. September 2020

Hilary Mantel: Spiegel und Licht ★★★★☆

 Hilary Mantel: Spiegel und Licht ★★★★☆


Kein Cover verfügbar


Von den ersten beiden Bänden "Wölfe" und "Falken" der Tudor-Trilogie von Hilary Mantel war ich sehr begeistert. Ich konnte es kaum erwarten, bis der dritte Band erschien. 2018 sollte es bereits soweit sein, aber die Autorin vertröstete uns auf später. Aber Anfang 2020 war es dann soweit. Bis dann auch die ebook-Version erschien, dauerte es zwar noch ein wenig, aber Mitte Juni ging es endlich los.