Mittwoch, 29. Juli 2020

Semmering: Bahnwanderweg, Looshaus und Südbahnmuseum. Baden: #dubistkunst

Eigentlich waren für Mitte Juli zwei Vorstellungen bei den Festspielen Reichenau vorgesehen; verbunden mit einem Abendessen in der Loosvilla am Kirchberg (Semmering). Doch Corona hat einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht, und so mussten die Aufführungen leider abgesagt werden.

Wir haben aber trotzdem noch was draus gemacht, nämlich einen Kürzesturlaub am Semmering. Anreise am Donnerstag, kleine Wanderung entlang des Bahnwanderweges, das schon besagte Abendessen im Looshaus sowie Übernachtung dort. Am Freitag Besuch des Südbahnmuseums in Mürzzuschlag und zuletzt noch Besuch der besten Beiträge von #dubistkunst, die derzeit in Baden ausgestellt sind.

Ordentliches Programm für eineinhalb Tage!




Mittwoch, 1. Juli 2020

Museumsdorf Niedersulz

Heuer haben wir zum ersten Mal die Niederösterreich-Card (NÖ-Card) gekauft. Mit dieser Karte hat man bei ca. 300 Orten ermäßigten oder überhaupt freien Eintritt. Das Spektrum reicht vom Freibad über diverse Museen bis hin zu gebührenpflichtigen Wanderwegen oder Lehrpfaden. Vornehmlich natürlich in Niederösterreich, es gibt aber auch ein paar Ziele in Wien, Oberösterreich, der Steiermark und im Burgenland.

Es ist halt wie immer bei solchen Tourismuskarten: Auf der einen Seite haben wir ein paar Vergünstigungen, auf der anderen Seite erfahren die Veranstalter, wer ihr Publikum ist: Vom Alter und Geschlecht bis zum Wohnort; sie erfahren auch, wie weit die Anreise ist etc. Aus solchen Informationen lassen sich natürlich zahlreiche Maßnahmen für die Zukunft ableiten.

Die NÖ-Card ist vergleichsweise harmlos, also können sie meinetwegen diese Daten gerne haben, hier nehme ich es in Kauf.

Unser erstes Ziel war das Museumsdorf Niedersulz im östlichen Weinviertel. Dort wurden zahlreiche Bauern- und sonstige Häuser zu einem ganzen Dorf neu zusammengestellt. Vergangenen Sonntag waren wir dort und erlebten einen interessanten Nachmittag.

Etliche Fotos davon werde ich in diesem Post verwenden, es gibt aber ein Web-Album, in dem noch viel mehr zu sehen sind. Und wie immer der Hinweis an dieser Stelle zur kleinen Anleitung, wie man dieses Album bedient.



Schulklasse von Anno dazumal

Samstag, 13. Juni 2020

Andreas Maier: Das Zimmer ★★★★☆

Andreas Maier: Das Zimmer ★★★★☆

(Band 1 der Autobiographie)


Cover: Suhrkamp


Der Weg zum Autor Andreas Maier war einigermaßen verwickelt.

Am 25. April starb Raimund Fellinger, der Cheflektor beim Verlag Suhrkamp; einen Nachruf bei Suhrkamp auf ihn gibt es übrigens hier. Alle Beschreibungen und Infos, die man im Internet über ihn findet, deuten darauf hin, dass er sowas wie die Seele des Verlages war und für viele Autoren ein väterlicher Freund und Begleiter. Die Frankfurter Allgemeine veröffentlichte einen Nachruf auf ihn, verfasst eben von Andreas Maier (Artikel leider hinter einer Bezahlschranke). Na schön, Andreas Maier eben. Es muss aber schon etwas Besonderes an ihm sein, dass er in der FAZ einen Nachruf veröffentlichen darf. Also hab ich ein wenig weiter gesucht.

Erste Anlaufstelle wie immer Wikipedia; dieser Artikel klang schon einmal recht interessant, vor allem die Ansage, eine auf 11 Bände geplante Autobiografie zu veröffentlichen. Weiters machte mich hellhörig, dass er sich in seiner Dissertation mit Thomas Bernhard auseinandersetzte. 

Nächste Station: Perlentaucher. Die Rezensionen dort waren zum überwiegenden Teil äußerst positiv. Vor allem, was die Autobiografie betraf, aber auch schon frühere Werke. Und schnell noch die ausführliche Rezension von "Die Familie" (bereits Band 7) bei der FAZ gelesen

Jetzt war ich schon ziemlich angespitzt, aber immer noch skeptisch. Also mal sehen, was die Wiener Städtische Bücherei so von ihm hat, und gleich einmal die ersten beiden Bände dieser Biografie als ebook runtergeladen.

Was soll ich sagen: Ich wurde nicht enttäuscht! Durch reinen Zufall hab ich einen neuen Autor für mich entdeckt!

Freitag, 5. Juni 2020

Keith Lowe: Furcht und Befreiung ★★★★☆

Keith Lowe: Furcht und Befreiung ★★★★☆


Cover: Klett-Kotta


Den Titel halte ich für ein wenig nichtssagend, allein deshalb wäre ich auf das Buch nicht aufmerksam geworden. Aber da sind ja auch noch der Autor und der Untertitel. 

Vom Autor hatte ich vor ein paar Jahren das Buch "Der wilde Kontinent" gelesen und war davon tief beeindruckt. Keith Lowe schildert darin die unglaublichen Wanderbewegungen in Europa der 1940er-Jahre sowie den Umgang der Gesellschaften mit ihren Tätern, Mitläufern und Kollaborateuren – und das in wirklich umfassender Weise.

Der Untertitel des Buches weist schon darauf hin, dass er in seinem neuen Werk ebenfalls eine umfassende Sicht der Auswirkungen bieten wird. Und so war es dann auch. Er beschreibt die Auswirkungen, die der Zweite Weltkrieg bis heute auf uns alle hat. Gut, die groben Blöcke sind uns allen bekannt: Die Entwicklung der Supermächte und damit zusammenhängend die Bildung von NATO und Warschauer Pakt, in Europa vor allem die Entstehung der EU. Aber sonst? Eben.

Mittwoch, 22. April 2020

Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb ★★★★☆

Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb ★★★★☆


Cover: Heyne


Eine Weile lang hab ich jeden Monat einen Post veröffentlicht, der die vergangenen Wochen noch einmal Revue passieren ließ. Im Sinne von "Was bleibt übrig, wenn man von den Nachrichten eines Monats nur das Wichtigste hervorhebt?" hab ich diese Posts folgerichtig "Was vom Tage übrig blieb" genannt, wobei ich mich des Titels dieses Romans bedient hab, weil er mir dafür recht passend erschien.

Tatsächlich ist der Buchtitel aber ganz anders zu verstehen, nämlich im Sinne von "jetzt neigt der Tag sich seinem Ende zu, was wird wohl in dem Teil passieren, der jetzt noch übrig ist?"

Diese Frage stellt sich Mr. Stevens zum Ende einer mehrtägigen Fahrt durch den Südwesten Englands. Sein ganzes bisheriges Leben war er der Butler im hoch angesehen Haus Darlington Hall; und diese Aufgabe ließ ihm bis dahin keine Zeit, über solche Fragen nachzudenken. Er war einfach immer zu Diensten seines Auftraggebers Lord Darlington. Wie sehr, das erzählt Kazuo Ishiguro in diesem sehr einfühlsam und  "very british" geschriebenen Roman.

Samstag, 11. April 2020

WhatsApp: Was tun gegen die Bilderflut?

Coronavirus sei Dank: Wir leben jetzt bereits vier Wochen mehr oder weniger den ganzen Tag in unseren Höhlen und kommen nur noch für das Notwendigste raus. Wenn man nicht gerade im Gesundheitswesen, bei der Polizei oder im lebensnotwendigen Handel arbeitet, verlässt man sein Heim nur zum Einkaufen, für ein wenig Bewegung im Freien, oder eben für die Fahrt zur Arbeit.

Aber egal, ob man nun zu Hause sitzt oder nicht: Durch dieses "social distancing" ist die Nutzung von Telefon und Internet in die Höhe geschnellt. Sehr praktisch ist dabei WhatsApp, weil man damit nicht nur schnell mal ein Bild oder eine Nachricht versenden kann, sondern seine Lieben auch per Video sehen kann. Ist zwar nicht das Gleiche, wie sie ganz persönlich zu treffen, aber unter den gegebenen Umständen besser als gar nichts. Als vor 100 Jahren (und das ist jetzt noch nicht so lange her) die Spanische Grippe wütete, gab es nicht einmal das! Da geht's uns im Vergleich dazu eh noch recht gut. [Ich weiß: Gott soll einen hüten vor allem, was noch ein Glück ist.]

WhatsApp (WA) bringt es aber leider auch mit sich, dass das Smartphone (SP) schön langsam vor diesen zahlreichen Fotos und Videos überquillt. Denn eine blöde Designschwäche in WA ist dafür verantwortlich, dass Fotos nicht nur temporär zum Betrachten auf das SP geladen (und nach dem Anschauen wieder gelöscht) werden, sondern dass sie permanent darauf gespeichert werden – was dann eben zum Volllaufen des SP-Speichers führt.


Eine Bilderflut bricht über uns herein
Foto: pixabay


Vor nicht ganz einem Jahr hab ich schon auf dieses Verhalten von WA hingewiesen und dabei auch eine Gegenmaßnahme präsentiert. Nur leider hat in der Zwischenzeit WA seinen Umgang mit Fotos und Videos so grundsätzlich verändert, dass die dort beschriebene Handlungsweise unwirksam wird. Nicht falsch, man kann das ruhig so eingestellt lassen, wie dort beschrieben, aber sie wird eben umgangen.

Ich hab mich daher um ein neues Verfahren bemüht. Nachdem ich in den letzten Tagen von unterschiedlichen Seiten auf dieses Problem angesprochen wurde (erhöhtes Verkehrsaufkommen in WA, s. oben, Speicher wird voll, SP dadurch langsam, u.ä.), möchte ich diese neue Gegenmaßnahme jetzt in weiterer Folge beschreiben.

Keine Sorge, es ist ganz einfach.


Update 2020-04-13:
Es ist sogar noch einfacher geworden. Viel einfacher. Weil ich endlich den Schalter gefunden hab, den ich schon lange gesucht hab. Er setzt diese neue Gegenmaßnahme nämlich für alle Chats auf einmal (und für alle zukünftigen) in Kraft!

Die Änderung steckt im Kapitel "Die neue Gegenmaßnahme".

Ich bitte alle um Entschuldigung, die bereits mühsam Chat für Chat die Einstellung verändert haben! Wir hätten uns das alle ersparen können, wenn ich diesen besagten Schalter schon früher gefunden hätte. Ärgerlich.

Donnerstag, 9. April 2020

Eleanor Catton: Die Gestirne ★★★★★

Eleanor Catton: Die Gestirne ★★★★★


Cover: btb

Dieses Buch spaltet die lesende Gemeinde. Egal, auf welcher Bücher-Website man Rezensionen und Meinungen liest, sie lassen sich meist klar einteilen in "langweilig, langatmig, altertümlicher Stil, schade um die Zeit,.. " und in "großartiges Buch; ja, zugegeben, 1000 Seiten sind viel, aber ein so komplexer Sachverhalt braucht halt seine Zeit; wunderbar ge-und beschrieben; der Schreibstil passt genau zu der Zeit,..."

Ich hab mich durch diese mehr als 1000 Seiten gekämpft, wobei Kampf nicht der richtige Ausdruck ist, denn ich habe diesen Schmöker mit großem Genuss und Vergnügen gelesen!

Ich bekenne mich also zum zweiten Lager und fand dieses Buch ganz großartig. Ein dickes Lob an die noch sehr junge Autorin Eleanor Catton (sie bekam für diesen Roman mit 28 Jahren den Booker Prize!) und ihre Übersetzerin; einen derartigen Flohzirkus an Personen, Beziehungen und Handlungen muss man erst einmal bändigen!