Donnerstag, 13. Oktober 2016

Orhan Pamuk: Schnee ★★★★☆

Orhan Pamuk: Schnee ★★★★☆


Cover: Hanser Literaturverlage

Die Romane des türkischen Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk haben bisher bei mir eher gemischte Eindrücke hinterlassen: "Rot ist mein Name" fand ich sehr interessant; vor allem die Erzählstruktur mit mehr als 20 Ich-Erzählern! Etwas ermüdend waren die Langatmigkeit, die mich bei anderen Autoren nicht so stört, und die ewigen Wiederholungen. "Die weiße Festung" war ebenfalls langatmig, noch dazu fand ich die Geschichte schwach; da ist also etwas viel zusammen gekommen.

Ich war daher etwas skeptisch, was seinen großen Roman "Schnee" betraf. Er war schon lange auf der Warteliste, hab aber die Lektüre eben wegen dieser Skepsis immer wieder verschoben. Jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, finde ich meine Zweifel leider bestätigt. Ich würde es etwa so einstufen wie "Rot ist mein Name": Thematisch sehr interessant - aber mühsam. Ich war zeitweise sogar versucht, nur 3 statt 4 Sterne zu vergeben. Das würde diesem Roman aber denn doch nicht gerecht, denn über dem Durchschnitt ist er allemal!

Tauchen wir also ein in den Mikrokosmos von Kars, in dem die große Welt ihre Probe hält!

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Standortbestimmung im Notfall

Dieses Thema beschäftigt mich bereits seit einiger Zeit: Wie kann ich im Notfall der Einsatzzentrale meinen Standort bekannt geben? Im Ortsgebiet ist das keine Kunst, da kann ich immer eine Adresse angeben. Aber was mache ich im freien Gelände, im Wald, auf dem Berg? Die Angabe "Ich liege mit gebrochenem Bein beim vierten Baum nach der fünften Linkskurve auf der Landesstraße 4711 in Fahrtrichtung Krähwinkel" wird da nicht viel weiterhelfen!

"Ähh - Hast du vielleicht eine Ahnung, wo wir sind?" [Quelle: pixabay]


Ich hab dann diese Fragen eine Zeit lang wieder beiseite gelegt, bis sie mir die Meldung vom letzten Wochenende "Wanderer mit Hilfe einer Notfalls-App gerettet" wieder in Erinnerung rief.

In Zeiten von allgegenwärtigen Smartphones gibt es also eine Lösung. Sogar mehrere.


[Update: Von diesem Artikel gibt es eine aktualisierte Fassung (2019-06-21)]


Montag, 3. Oktober 2016

"Torquato Tasso" im Burgtheater

Wir sind also doch noch dabei. Nach dem Desaster mit dem Eingebildeten Kranken waren wir ja kurz davor, das Abo zu kündigen. Das Programm für die neue Saison stimmte uns aber wieder etwas versöhnlicher.

Es geht also los mit Torquato Tasso, einem Klassiker der Deutschen Klassik, klassischer gehts kaum noch. Mir war schon irgendwie klar, dass das Stück schon etwas Staub angesetzt hatte und die Kritiken in den Zeitungen waren auch nicht sooo berauschend. Wir gingen also in diese Vorstellung schon mit dem Vorsatz, eventuell in der Pause die Flucht zu ergreifen.

Im Hintergrund der Dichter in seinem Hausarrest, im Vordergrund sein Gegenspieler, der Diplomat Antonio [Quelle: Burgtheater / Georg Soulek]

Mittwoch, 7. September 2016

Das Festnetz - eine Ära geht zu Ende

Im Juli erschienen bei uns die ersten Plakate. Ende Juli bekam ich eine persönlich adressierte Einladung, mich doch bei einem der Info-Stände beraten zu lassen, die die Telekom (oder A1, Jet2Web, Post oder wie immer sie sich derzeit nennen) den ganzen August über an belebten Orten der Stadt aufstellen würde.

Denn es gebe was zu feiern: die Arbeiten für den Glasfaserausbau in Ebreichsdorf sind abgeschlossen, das neue Netz steht den datenhungrigen Kunden zur Verfügung.

Auch bei uns wurde der Glasfaserausbau mit solchen Plakaten angekündigt [Quelle: A1 Telekom Austria]


Also nix wie hin!

Sonntag, 4. September 2016

Ursula März: Für eine Nacht oder fürs ganze Leben ★★★★☆

Ursula März: Für eine Nacht oder fürs ganze Leben ★★★★☆


Cover: Hanser Literaturverlage


Ich muss mir schön langsam angewöhnen, mitzuschreiben, woher ich einen Tipp für ein Buch bekommen habe. Denn  wenn ich nur die Beschreibung (Klappentext) oder eine Leseprobe von diesem hier gehabt hätte, wäre es wahrscheinlich niemals auf meine Liste gekommen. Dass es aber darauf gelandet ist, muss also einen guten Grund haben: eine Empfehlung, eine Rezension oder sowas in der Art. Bei diesem Buch weiß ich es leider nicht mehr, aber ich bin froh, ich freue mich, dass es auf der Liste war. Denn es war wirklich gut.

Montag, 29. August 2016

Ulrich Menzel: Die Ordnung der Welt ★★★★★

Ulrich Menzel: Die Ordnung der Welt ★★★★★


Cover: Suhrkamp / Insel

Dieses Buch ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich und herausragend. Es existiert (derzeit) nur in gebundener Form, weder als Taschenbuch und schon gar nicht als ebook. Erstens. Zweitens, die 1130g hängen sich auf dem täglichen Arbeitsweg ganz schön in den Rucksack! Wirklich mühsam wird das Lesen dann aber im Bett. Und es ist drittens mit 1150 klein bedruckten Seiten (exklusive diverser Anhänge) auch vom Volumen her enorm - daher hab ich mich auch wochenlang daran abgearbeitet.

Und dennoch würde ich 6 oder 7 Sterne vergeben, wenn meine Bewertungsskala das zuließe. Denn ich habe schon lange kein Buch mehr in der Hand gehabt, das meinen geschichtlichen und kulturellen Horizont derart erweitert hat. Historikerkollegen des Autors (zB Herfried Münkler) bezeichnen dieses Buch als kommendes Standardwerk für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte zu diesem Thema - eine Meinung, die auch mein laienhafter Eindruck bestätigt!

Ulrich Menzel hat 30 Jahre Arbeit, Recherchen, Erfahrungen und Daten in dieses Buch einfließen lassen. Es geht um nicht weniger als um große, weltumspannende Reiche der letzten 1200 Jahre, die mehr als eine Generation Bestand und eine internationale Ordnungsfunktion wahrgenommen hatten. Und da gibt es gar nicht so viele: von den 20 in Frage kommenden Mächten hat er 12 in dieses Werk aufgenommen. Der Bogen spannt sich von den Chinesen über die Mongolen, Osmanen, Genuesen, Venezianern, Spaniern, Portugiesen, Niederländern, Franzosen, Engländern bis zu den USA.

Dienstag, 16. August 2016

Wochenende im Yspertal

Das vergangene lange Wochenende verbrachten wir im Yspertal. Die Große Ysper fließt hier von Nord nach Süd am westlichen Rand des Ostrongs entlang bis in die Donau. Dieses Gebiet liegt im südlichen Waldviertel, wird im Süden eben von  der Donau begrenzt und reicht an der Donau etwa von Melk bis Persenbeug.

Wir wollten die Tage für ein paar Wanderungen nützen; in einer Gegend, die uns bis jetzt völlig unbekannt war - von den Namen einmal abgesehen. Außer am Freitag, der noch ein  wenig verregnet war, konnten wir unsere Pläne auch umsetzen.

In der Ysperklamm

Wie die Fotos beweisen werden!