Wolf Haas: Eigentum ★★★★☆
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Die Mutter von Wolf Haas hat es nie geschafft, Eigentum zu erwerben. Trotz nix als Arbeit Arbeit Arbeit und sparen sparen sparen ist es sich nicht ausgegangen. Schuld war immer die Inflation, sodass ihre Ansparungen den geforderten Kaufpreisen immer hinterher hinkten.
Wolf Haas hat seiner Mutter eine sehr liebevolle und (be-)rührende Biografie geschrieben.
Hineingeboren in das Jahr 1923 mit seiner Hyperinflation sollte sie eben die Geldentwertung nie mehr loslassen. Dann kam der Krieg, der ihre Berufspläne gleich am ersten Tag zunichte machte; ein weiterer wesentlicher Abschnitt war ihre Tätigkeit in der Schweiz und die Erziehung ihrer beiden Söhne.
Die sind in dem Haus zur Welt gekommen, in dem sie jetzt ihre letzten Jahre verbringt. Dieses Geburtshaus wurde nämlich zu einem Altersheim umfunktioniert. Hier schließt sich also gewissermaßen ein Kreis.Jetzt, kurz vor ihrem Tod hat sie das mit dem Eigentum doch noch geschafft. Aber dazu will ich an dieser Stelle nicht mehr verraten!
Trotz aller Rück- und Fehlschläge gibt es aber auch einiges Positives zu erzählen. Wolf Haas tut das in einem sehr liebevollen Ton, lässt dabei aber auch den Humor nicht zu kurz kommen. Allerdings in einer ganz anderen Sprache als wir das von seinen Brenner-Krimis gewohnt sind.
Trotz aller Rück- und Fehlschläge gibt es aber auch einiges Positives zu erzählen. Wolf Haas tut das in einem sehr liebevollen Ton, lässt dabei aber auch den Humor nicht zu kurz kommen. Allerdings in einer ganz anderen Sprache als wir das von seinen Brenner-Krimis gewohnt sind.
Eine kleine Leseprobe:
Meine Mutter konnte sehr gut rechnen. Nicht nur dividieren und mal. Prozentrechnen, Wurzelziehen, Bruch. Als sie schon alt war, schickten die Hoteliers noch ihre Kinder zu meiner Mutter in die Wohnung zwecks Bewältigung der Schulaufgaben.
Ich erinnere mich, wie meine Mutter einmal aus der Haut fuhr, weil eine Schülerin ihre Prüfungsaufgabe spektakulär verhaut hatte. Wieder einmal hatte sie einen Fünfer kassiert. In einem Fach, das vielleicht so ähnlich wie »Lebenskunde« hieß, lautete die Textaufgabe:
Die zwei größten Gifte der Menschheit: A________ und N________
Statt Alkohol und Nikotin hatte die als blitzdumm geltende, tatsächlich aber prophetische Schülerin ausgefüllt: Atmung und Nahrung. Und das schon in den Siebzigerjahren, wo noch die wenigsten so weit dachten! Sie hätte die Schule überspringen und sofort beim Club of Rome anfangen können. Meine Mutter kannte aber keinen Spaß. Stell dir das einmal vor, hielt sie mir lautstark vor Augen: Atmung und Nahrung! Tagelang ging sie im Kreis wegen dieser unfassbaren Blödheit.
Letztlich ein sehr vergnügliches Buch, das Lesen hat wirklich sehr viel Spaß gemacht.
Und drum empfehle ich es sehr gerne und dringend weiter!
Und drum empfehle ich es sehr gerne und dringend weiter!

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